Nach der Umsetzung läuft das Abkommen bis zum 31. Mai 2020. Weit über die Hälfte der Arbeitsverhältnisse bei der DW sind prekär: entweder befristet oder freiberuflich. Umgerechnet auf Vollzeitstellen beträgt das Verhältnis von Freiberuflern zu Festangestellten etwa 1:1. Tatsächlich gibt es mehr als 4000 Freiberufler* und 1400 festangestellte Mitarbeiter im Vergleich. 1700 Freiberufler sind vom TVAP , also dem Tarifvertrag für ähnliche Beschäftigte, erfasst und damit eng mit der DW verbunden. Die Vereinbarung sieht vor, dass 2018 rund 130.000 Mitarbeiter der Deutschen Post eine Gehaltserhöhung erhalten. Rund 60.000 Arbeitnehmer können ab dem 1. März 2018 auch variable Löhne in festes Gehalt umwandeln, teilte das Unternehmen mit. Freiberufler* dürfen bei kollektiven Lohnerhöhungen nicht zurückgelassen werden! Darüber hinaus müssen strukturelle Nachteile abgebaut werden, z.B. bei Krankheit und Urlaubsgeld. Aber auch hier gilt das Gleiche wie für Festangestellte: Sie setzen die Tagesordnung – als Mitglieder einer starken Gewerkschaft ver.di! Die Sozialpartner haben sich auch auf eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit geeinigt, die von 38 auf 36 Stunden sinken wird.

Die Abschlagszeit – die ab 2019 gilt – wird jedoch nicht auf den Wochenplan angewendet, da die Arbeitnehmer stattdessen 14 Tage bezahlten Urlaub pro Jahr erhalten. Gemäß der Vereinbarung gilt die Arbeitszeitverkürzung auch für Teilzeitmodelle, die innerhalb des Unternehmens existieren. Ein Datum der Umsetzung wurde jedoch nicht vereinbart, und die Verhandlungen sind im Gange. Genauer gesagt ist die Lohnskala in zwei gleiche Teile unterteilt; diejenigen in der Hälfte mit niedrigeren Löhnen erhalten die größere Lohnerhöhung von 5,2%, während diejenigen in der oberen Hälfte eine Erhöhung von 4,8% erhalten. Die Lohnerhöhungen werden in zwei Phasen eingeführt, am 1. Mai 2018 und am 1. Mai 2019. Die niedrig bezahlte Gruppe wird ihre Löhne um 3,1 % und dann um 2,1 % erhöhen, während die Löhne der Zweitbeschäftigten um 2,7 % und dann um 2,1 % steigen werden. Das Endergebnis liegt sehr nahe an der ursprünglichen Lohnforderung von Verdi, die Gewerkschaft hat eine Erhöhung um 5,5 Prozent gefordert.

Inzwischen werden die Löhne für Lehrlinge in zwei Phasen erhöht, um 40 Euro und dann 30 Euro monatlich. Die Vereinbarung enthält auch eine Beschäftigungsgarantie, die bis zum 31. Dezember 2020 gilt. Kritiker warfen Verdi zudem vor, sich für Arbeitnehmerrechte und faire Löhne in der Öffentlichkeit stark zu halten, diese Ziele aber intern nicht erreichen zu wollen. Ein Beispiel war die Kantine am Verdi-Hauptsitz in Berlin, die vom internationalen Catering-Unternehmen Sodexo betrieben wurde. Wie in der Branche typisch, schließt Sodexo keine Industrietarifverträge ab, sondern setzt Tarifverträge auf Unternehmensebene ein. [80] Nach Informationen der Neuen Ruhr Zeitung lagen die Löhne der Beschäftigten der Mitverdi eng mit Verdi verbundenen Arbeitnehmerakademie (DAA) unter dem Satz, den Verdi mit Konkurrenten wie der AWO oder der Diakonie ausgehandelt hatte. [81] Auch die Aktionen von Verdi während der Streiks stehen immer wieder in der Kritik, wobei in einigen Berichten behauptet wird, dass die Beschäftigten in Einzelfällen zum Streik gezwungen wurden, was die Gewerkschaft bestritt.

[82] Kritiker bezeichnen auch mehrere von Verdi organisierte Streiks als unverhältnismäßig. [83] [84] Wichtige Zahlen und Fakten zu nichtlinearen Gehaltserhöhungen (18. Februar 2019) Hat Verdi mit Celenus, der Tochtergesellschaft des französischen privaten Altenpflegeunternehmens Orpea in Deutschland, einen Tarifvertrag geschlossen.

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